Inhalt - Labor / Tests

Standardprüfmethoden von SERTO

1. Helium-Lecktest

Es gibt kein technisches System, das absolut dicht ist. Verbindungen stellen immer ein Leckrisiko dar. Deshalb sind die Techniker sehr darauf bedacht, durch Dichtstellen, Form- und kraftschlüssige Konstruktionen eine hohe Dichtheit des Systems zu erreichen.

Mit dem Helium-Lecktester prüfen wir unsere metallischen Rohrverbindungen aus laufenden Aufträgen regelmässig, sowie bei Material- und Lieferantenwechsel und alle neuen Konstruktionen auf ihre Dichtheit. Die zu prüfende Verschraubung ist auf ein einseitig verschlossenes Rohr montiert und wird danach in einer Vakuumkammer getestet. Prüfmedium ist Helium, das sich mit einem Druck von 10 bar in der Verschraubung schnell und gut verteilt.

Warum ist gerade Helium ideal für diesen Test? Weil Helium nach Wasserstoff die zweitkleinste Atomgrösse hat und im Gegensatz zu Wasserstoff ein ungefährliches, ungiftiges und nicht brennbares Gas ist. Hohe Konzentrationen können in den Prüfling eingeführt werden und führen schnell zu Ergebnissen.

Falls Helium durch eine Undichtheit in der Verschraubung austritt, wird es durch das Vakuum abgesaugt und gemessen. Ein „Schnüffeltest“ ortet die undichte Stelle. Branchenstandard ist die industrielle Dichtheit von 10-6 mbar l/s. Für alle unsere metallischen Produkte garantieren wir diesen Wert. Bei optimaler Abstimmung der Einzelkomponenten, sauberer Rohrverarbeitung und einer Montage und Handhabung nach unseren Anleitungen erreichen die SERTO-Verbindungen Dichtheitswerte bis zu 10-9 mbar l/s. Das entspricht einem Verlust von einem Wassertropfen in 44 Jahren.

Helium-Lecktest

2. Vibrationsprüfgerät

Viele unserer Produkte sind im täglichen Einsatz Vibrationen, Druck, Zug und Verdrehungen ausgesetzt. Stellen Sie sich Verschraubungen in Fahrzeugen vor, in Autos oder Zügen. Die Rohrsysteme sind nicht statisch fixiert, sondern müssen in einem gewissen Toleranzraum Bewegungen zulassen und doch sicher ihre Funktion gewährleisten.

Zusammen mit der FH Brugg hat SERTO im letzten Jahr ein Vibrationsprüfgerät entwickelt und gebaut. Seitdem prüfen wir nach Kundenspezifikationen vor allem Verschraubungen für Anwendungen im Transportwesen auf ihre Dichtheit bei Vibrationen. Die schwenkbare Einspannvorrichtung erlaubt eine Belastung in vertikale und horizontale Richtung. Die Amplituden bewegen sich im Millimeterbereich (0-2.5 mm), die Frequenz kann bis max. 50 Hz eingestellt werden. Mindestens eine Stunde lang setzen wir die Prüflinge diesem Test aus. Vorher und nachher werden sie auf ihren festen Sitz untersucht und müssen den SERTO-Dichtheitstest bestehen, bei dem die industrielle Gasdichtheit verlangt wird.

3. Biegewechselfestigkeitsprüfstand

Die DIN 3859-3 definiert, wie die Biegewechselfestigkeit geprüft wird. Belastung und Anzahl der Lastwechsel (107) sind vorgegeben, Amplitude und Frequenz variabel. Acht Prüflinge werden mit Öl bei 1,3-fachem Nenndruck der Verschraubung befüllt. Jede Prüfstelle ist separat gesteuert. Die obere Verschraubung ist jeweils fest verspannt, die untere bewegt sich auf einem Drehteller. Ein PC steuert und überwacht den Testablauf, ein Protokoll dokumentiert die Ergebnisse.

Die Prüfung gilt nach DIN 3859-3 als bestanden, wenn mindestens 5 von 8 Prüflingen den Test erfolgreich absolvieren. Die SERTO Klemmringverschraubung erweist sich als extrem vibrationsbeständig, in der Regel bestehen alle Prüflinge.

4. Dichtheitstest

Durchflussprüfung

Ventilprüfstand

Für die Dichtheit eines Ventils sind zwei Prüfungen relevant: das Verhalten bei kurzzeitig hohen Drücken sowie nach zeitlich langen Belastungen.

In einem Extremtest wird die statische Druckbeständigkeit getestet. Belastungen, die in den üblichen Anwendungen selten erreicht werden. Betriebsbedingungen wie Temperatur, Druck und Volumenstrom sind dabei stufenlos einstellbar.

Was beurteilen die Techniker von SERTO? Verwirbelungen und Geräusche, verursacht durch innere Form, Übergänge und Strömungsgeschwindigkeiten. Widerstand und Druckabfall, bestimmt durch Passform und Gestaltung der Spindel. Für diesen Test wird Wasser verwendet, weil es heizbar, inkompressibel und jederzeit verfügbar ist. Die gleiche Anlage wird auch zur Ermittlung von Widerstandswerten genutzt. Der Druckverlust bei einem definierten Durchfluss und Druck zeigt dabei den Widerstandswert. Auf Anfrage und in Reklamationsfällen führen die Techniker auch Tests mit Druckstößen durch. Dabei kann der Prüfdruck innerhalb weniger Millisekunden auf 240 bar ansteigen.

Ein weiterer Belastungstest ermittelt die Dichtheit der Ventile nach einer definierten Anzahl von Bedienzyklen. Erst werden das 500 bis 15’000-fache Öffnen und Schließen des Ventils simuliert. Danach folgt der Dichtheitstest, mit dem die Spindelabnutzung beurteilt wird.