Inhalt - Dichtungsmaterialien
Dichtungsmaterialien bei SERTO
Verschraubungen müssen dicht sein. SERTO-Verschraubungen aus Stahl, Edelstahl und Messing dichten metallisch. An zwei Dichtflächen, der Anzugsbegrenzung und der planen metallischen Abdichtung zwischen Klemmring und Grundteil, werden Verschraubungsteile bei der Montage gegeneinander gepresst.
Einschraubverschraubungen werden hingegen auf fremde Gewinde aufmontiert. Bei diesen Produkten bietet SERTO Dichtungen durch Dichtkante, O-Ring und optional durch die Ausrüstung von Gewinden mit Teflonband und Loctite an. Dichtungen gibt es auch in unseren Ventilen, Kugelhähnen und Kupplungen. Für alle O-Ringe und Flachdichtungen setzen wir verschiedene Materialien ein. Welche davon zur Anwendungen kommen, entscheiden die Einsatzparameter:
NBR – Acrylnitril-Butadien-Elastomer
NBR ist wegen der guten Beständigkeit gegen die meisten Öle und Fette auf Mineralölbasis der in der Dichtungstechnik am häufigsten eingesetzte Werkstoff. Der thermische Einsatzbereich liegt zwischen –30°C und +100°C, kurzzeitig bis 130°C; bei höheren Temperaturen verhärtet der Werkstoff. Ausserdem zeigt NBR ein günstiges Alterungsverhalten und geringen Abrieb. Stark quellend ist NBR bei aromatischen und chlorierten Kohlenwasserstoffen, Estern, polaren Lösungsmitteln sowie in Bremsflüssigkeiten auf Glykoletherbasis.
FPM/FKM – Fluorkautschuk
Fluorelastomer zählt zu den bedeutendsten Werkstoffentwicklungen der 50er Jahre. Der Ausgangswerkstoff ist unter dem Handelsnamen Viton® bekannt. FPM zeichnet sich durch hohe Temperatur-, Witterungs-, Ozon- und Chemikalienbeständigkeit aus. Der thermische Anwendungsbereich reicht von –20°C bis +200°C, kurzseitig +250°C. FPM ist gegenüber fast allen Hydraulikflüssigkeiten auf Mineralölbasis und synthetischer Basis hoch beständig, ebenso gegen Ozon, Sauerstoff, Kraftstoffe, Aromate, viele organische Lösungsmittel und Chemikalien. Einschränkungen müssen für den Einsatz in Heisswasser, Dampf und bei Tieftemperaturen gemacht werden.
EPDM – Ethylen-Propylen-Dien-Elastomer
EPDM Elastomere sind sehr alterungs- und witterungsbeständig, auch bei UV- und Ozonbelastung. Sie weisen geringe Wasserdampfdurchlässigkeit und extrem tiefe Versprödungstemperaturen auf. Wegen seiner hohen Elastizität und guten chemischen Beständigkeit wird EPDM für verschiedenste Dichtungen wie z.B. O-Ringe und Flachdichtungen verwendet. Die Einsatztemperatur liegt zwischen –40°C und +160°C, kurzseitig bis +180°C. EPDM hat eine ausgezeichnete Beständigkeit gegen Heisswasser und Wasserdampf und eine gute Beständigkeit gegen polare Flüssigkeiten wie Aceton, Methanol usw. Nicht beständig ist der Werkstoff gegenüber Kohlenwasserstoffen und Fetten.
FFPM/FFKM – Perfluorkautschuk
Chemisch ist FFPM dem Polytetrafluorethylen (PTFE) sehr ähnlich und verbindet die Elastizität und die Dichtungskraft eines echten Elastomers mit der chemischen Beständigkeit von PTFE. Verglichen mit PTFE-Dichtungen zeigen FFPM-Teile kein Wegkriechen, kein Fliessen und eine geringe bleibende Verformung. FFPM-Perfluor-Elastomer Teile bewahren ihre elastischen Eigenschaften im Langzeitbetrieb von bis zu +315°C und im periodischen Betrieb bis zu +350°C selbst in Berührung mit korrosiven Chemikalien.
Wegen seines hohen Preises ist der Einsatz auf Anwendungen beschränkt, bei denen es im Kontakt mit sehr aggressiven Medien steht, besonders hohe Sicherheits- oder Reinheitsanforderungen bestehen oder mögliche hohe Störfallkosten den Einsatz rechtfertigen. Dies kann beispielsweise in der chemischen, der erdölfördernden und -verarbeitenden Industrie, dem Apparate- und Kraftwerksbau, der Halbleiter-, der Lebensmittelindustrie oder in der Luft- und Raumfahrt der Fall sein.
